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Re: Creatio ex nihilo [13.04. - ...]
von Nanashi am 21.04.2026 20:50Name des Events: Chaos durchdringt Eure Seelen
Informationen:
Teil: 2
Datum des Plays: 20.04.2026
Anwesende Teilnehmer: Kamaitachi, Katla, Nanashi, Sophie, Yasuno
Abwesende Teilnehmer: Quinn [ausgestiegen]
Eventleiter: Martin [Unke]
Dauer des Events: 3 1/2h
Besuchte Orte im Event: Die Bibliothek Quorath'aeyns
Zusammenfassung:
Hunger ist alles, was es spürt, das Wesen gefangen in einem Echo der Welt. Es verlangt danach, das Fremde zu verschlingen, es in sich aufzunehmen, um so womöglich Zufriedenheit zu erlangen. Schreie der Wut dringen weiter an die Ohren der Fremden, die sich in das Reich Quorath'aeyns gewagt haben. Unfreiwillig oder doch mit präziser Absicht?
Einige glauben, dass sie beobachtet werden, dass jener, der für alles verantwortlich ist, neugierig geworden ist. Die Wunde, welche sich weiter in den Raum hinein brennt, entpuppt sich allerdings als Nana, die ihren Weg zurück zur Gruppe gefunden hat.
Bläulicher Nebel wabert über den Kopf des Wesen hinweg, dringt in sein Inneres ein, ehe die Weißhaarige folgt und sich verschlingen lässt. War es dumm? War es ein Fehler? Für Nana wohl kaum, als sie explosionsartig aus dem Wesen bricht und somit der Kampf für alle anderen unausweichlich scheint. Und so kämpfen sie, zunächst ein jeder für sich.
Die Zeit sollte zeigen, wer der Stärkere ist, doch das Chaos spielt nicht nach Regeln, es formt sie neu, verwandelt sie in etwas, das nur noch als Echo des Originals zu erkennen ist. Körper spalten sich auf, Seelen zerreißen in Zwei, dann Drei und Vier. Tick Tack. So rattert das Geschehen immer weiter, ohne es aufhalten zu können. Ein Fluss aus Klingen, Magie und Schnitten ins eigene Fleisch. Doch wo wird er münden? Gibt es hier einen See oder das Meer, in dem alles zusammenfließt? Jeder Erinnerung ein Teil dieser Welt wird, dieser Bibliothek?
Viele Aspekte wirbeln im Raum umher: Feuer, Wut, Macht, Stärke und Angst.
Jeder kann es spüren, doch keiner kann alles wirklich begreifen. Es ist ein Wirbel, ein Sturm, der sich unaufhaltsam in die Seelen der Anwesenden brennt, sie umarmt und zu sich ziehen will. Yasuno entscheidet sich schließlich, dass es genüge, dass sie das Ende bestimmt. Während das Wesen immer kleiner und schlussendlich besiegt in das Buch der Verlorenen geschrieben wird, löscht die Niparanerin auch ihre aufgespaltenen Stücke aus. Nur ein kleiner Schnitt, präzise und unnachgiebig, erfüllt von Langeweile ohne den Rausch der leidenden Blicke ihres Gegenübers.
Das Feuer der Schmiede verebbt langsam und fügt sich dem Geschehen. Der Kampf forderte seinen Preis. Doch wer wird ihn zahlen? Sophie tat dies bereits mit ihrer Münze, doch es änderte nichts. War es vergebens?
Nachdem die Fragmente aller wieder zu einem Stück zusammengesetzt wurden, erhascht man einen Blick auf die Macht des Herren der Bibliothek, in Form von 5 Schriftrollen. Die Schrift einer Gottheit. Jede von ihnen auch nur ein winziger Hauch von dem, was er noch zu vollbringen mag. Doch wer ist würdig, welche Macht in die Welt zu tragen?
Bist du dem Geschenk der Götter würdig?
Re: Creatio ex nihilo [13.04. - ...]
von Nanashi am 21.04.2026 18:56Welche Form wird dich noch halten?
''Echo der Seele,
klirrt wie Klingen so nah,
die Ketten bersten'' - Nanashi
Re: Creatio ex nihilo [13.04. - ...]
von Nanashi am 14.04.2026 00:04Name des Events: Chaos durchdringt Eure Seelen
Informationen:
Teil: 1
Datum des Plays: 13.04.2026
Anwesende Teilnehmer: Kamaitachi, Katla, Nanashi, Sophie, Yasuno
Abwesende Teilnehmer: Quinn [ausgestiegen]
Eventleiter: Martin [Unke]
Dauer des Events: 3 1/2h
Besuchte Orte im Event: Ein Tor zu einer anderen Welt
Zusammenfassung:
Blitze zucken über die Welt hinweg und das aufkommende Unwetter hüllt die Nacht in einen Schleier des Ungewissen. Sie reißen nicht nur die Welt in Zwei, sondern entfesseln eine Macht, die stille Schreie in die Welt setzt.
Eben jene Macht bekommen die unterschiedlichsten Leute, wo auch immer sie sich gerade befinden mögen, zu spüren. Ein Efreet, die Schmiedin von nebenan, zwei Niparanerinnen, die nicht unterschiedlicher und gleich zur selben Zeit sein könnten und die kleine Elster der Gassen finden sich vor einem Monument alter Zeiten wieder. Ein Durchgang, eine Einladung zu dem, was noch kommen mag.
Ein Jeder nimmt die Einladung an und schaut hinter den Schleier der Tore, hin zu Säulen, die in der Ferne liegen. Auf ihnen fristen kleine Kreaturen ihr Dasein und warten, dass auch sie ein Blitz in eine andere Realität zieht. Doch dieser wird nicht kommen. Die Gruppe trifft dort zusammen und kann sich kurz untereinander bekannt machen, ehe sie vor einem Kubus stehen, der den Weg der weiteren Reise ins Nichts beschreibt. Es ist die Bibliothek aus Träumen, Visionen oder Vorahnungen, deren Inneres nach ihnen ruft. Doch diesmal ist es kein sanfter Laut, sondern ein Grummeln aus der Tiefe, gefolgt von einem Kreischen, das noch einige Sekunden in den Ohren kitzelt.
Sie treten ein in die Hallen des unendlichen Wissens. Denn was sonst soll eine Bibliothek sein? Sie gehen einen Gang entlang, tiefer in den Schlund des Gebäudes hinein, getrieben wie die Motten vom Licht weiter zum Ende des Tunnels. Betrachtet werden sie dabei von den riesigen Stauen, deren kalter Blick die Ewigkeit untermauert, die sie gehen. Das Licht scheint nicht näher kommen zu wollen, weswegen man sich zunächst die steinernen Begleiter näher ansieht. Schnell wird klar, einst waren sie Gestalten, menschlich und lebendig. Es schockiert einige, doch Nana interessiert sich nur für den weiteren Weg, das Licht. Mit ihrer Magie zieht sie nach der vorher bereits gespürten Macht und bringt den Schimmer näher an die Gruppe heran. Eigentlich wollte sie zuerst hindurch, doch Yasuno entscheidet, dass sie es sein soll, die das Unbekannte durchbricht und das Portal zur anderen Seite betritt.
So folgen auch die Anderen, doch Nana bleibt. Sie folgt etwas anderem, einem anderen Ruf und schneidet diese Welt mit ihrem Katana für eine Sekunde entzwei. Eingestiegen in ihren eigenen Riss, lässt sie die Gruppe zurück.
Der Rest sieht sich nun in der Bücherei, umgeben von Schriftstücken und seelenartigen Gestalten in der Ferne. Auch hier hören sie das Grummeln, das Kreischen vom Eingang, kommen sie der Quelle wohl immer näher.
Sophie scheint neugierig wegen der Wesen zu sein, spendet neben Fussel auch eine Perle und Kekse. Hätte Kamaitachi nicht sofort eingegriffen, würde der Kleinen jetzt nicht nur 3 Finger fehlen, sondern die ganze Hand, als sich die Gestalt nimmt, was sie möchte. Yasuno trägt ebenso einen kleinen Kampf aus, da sie in einer Umarmung zwischen Wahnsinn und Wärme gefangen wird. Es bedarf nur eines Schwungs ihrer Klinge und die kleinen Wesen lassen von ihr ab, ebenso die sich einschleichenden Gedanken aus fremden Zungen. Es langweilt sie, dass sie nicht bluten, leiden, voller Angst davon rennen, und entscheidet sich deswegen, weiter zu gehen.
Lange wird es sicher nicht mehr dauern, bis ein richtiger Kampf auf sie wartet.
Sophie, die ihre Finger noch einsammelt und sicher ein paar Tränchen verliert, folgt mit Kamaitachi und Katla der großen Frau über eine der Brücken in Richtung des nächsten Regals. Winkt ihnen von dort jemand zu? Wandern die Schatten selbst hier herum? Illusion, oder der Versuch mit den eigenen Gedanken zu spielen? Wer weiß das schon.
Yasuno speist diesen Ort mit ihrer Schlangenzunge. Ein Opfer? Eine Darbietung ihrer Fähigkeiten? Die Welt scheint unbeeindruckt.
Sie atmet leise diese Bibliothek, bis etwas in ihr erwacht. Sie finden niemanden, den sie kennen, sondern das Wesen, die Quelle des Kreischens. Es wabert in Formen, kann sich nicht entscheiden, was es sein möchte, aber es ist riesig. Wird es verschlingen, oder geben, was sie suchen?
Wer genau hinsieht, wird nur noch ein Auge über dem Wesen sehen, rot und umgeben von bläulichem Schimmer.
Was Nana in der Zwischenzeit erlebt:
[,,Du bist nichts besonderes, deine Worte nichts, nur Namen sind Macht.''
Nana stieg in ihren selbst geschaffenen Riss und fand sich in einer kleinen Zwischenpassage wieder, beobachtet durch ein riesiges Auge. Wie in Zeitlupe bewegt sie sich auf den gut zwei Meter entfernt liegenden Riss, der Körper verlangsamt, aber ihr Verstand keineswegs beeinträchtigt. Sie bittet nicht um Macht, sondern fordert einen Handel. Wird das Wesen annehmen? Wie wäre es ohne Ketten, ohne Namen sich zu entfalten? Wäre das nicht die Glückseligkeit?
Nana wird auf die Antwort warten, geduldig aber bereit. Erst dann lenkt sie ihren Blick Richtung Riss, hin zu den elenden Stimmen der Anderen.]
- Disclaimer: Dieser Zusatz dient nur der Vollständigkeit der Zusammenfassung. Inplay ist nicht bekannt, was mit Nana passiert ist.
Creatio ex nihilo [13.04. - ...]
von Nanashi am 13.04.2026 22:56Und was führt dich hierher?
''Blitze zerreißen,
Chaos tanzt im dunklen Wind,
Morgen bleibt fremd.'' - Nanashi
Die Rückkehr nach Mjirana [06.04 - ]
von Belle am 12.04.2026 16:56Teil: 1
Datum des Events: 06.04.2026
Anwesende Teilnehmer: Alexandra, Belle, Breonath, Cornelia, Keita, Irgaine
Abwesende Teilnehmer: /
Eventleiter: Domi [Seyper]
Dauer des Events: 3h 30 Min
Re: Die Bestie von Herzwald
von Lyssvolet am 07.04.2026 22:34Die Bestie von Herzwald [28.11.2025 – 27.03.2026]
Name des Events:Die Bestie von Herzwald
Informationen:
Teil:
Datum des Plays: 27.03.2026
Anwesende Teilnehmer: Adrianna, Dinah, Nika, Keyara, Quinn
Abwesende Teilnehmer: Mythrae, Kemuri, Zilly
Eventleiter: Hendrik
Dauer des Events: 20:00 Uhr - 00:00 Uhr
Besuchte Orte im Event: Mine
Noch immer mit dem Problem wie man jetzt weiter verfahren soll ohne einen Kampf zu riskieren, zieht die Gruppe sich zu einer Besprechung etwas zurück. In einem Punkt ist man sich auch schon von Anfang an einig: So wie ihr Vorschlag jetzt ist kann man ihn nicht annehmen denn sie ungestraft zu lassen erscheint keinem aus der Gruppe richtig. Nach kurzem meldet sich auch Dinah mit einer Idee zu Wort, die im Nachhinein zu reichlich Diskussionen und einem Ausbruch sowohl bei Adrianna als auch Dinah selbst sorgt als Nika sich zunächst ziemlich stark dagegen ausspricht und nicht zu einem Kompromiss bereit zu sein scheint. Schlägt Dinah nämlich folgendes vor: Arvita wird in den Dienst des Staatskanzlers genommen wird, der Yokuza unterstellt wird und zwwar im Dorf bleiben darf aber unter Bewachung gestellt wird und auch ihre Fähigkeiten als Heilerin zur Verfügung stellen muss wenn diese benötigt werden. Als Absicherung solle sie dann noch etwas das für sie von Wert ist an die Gruppe überreichen die es dann an den Kanzler weitergibt.
Für die offizielle Version würde man dann jedoch den Wendigo als Schuldigen nennen damit Arvita weiterhin im Dorf verbleiben kann. Nach langem hin und her stimmt dann auch Nika und man unterbreitet eben diesen Vorschlag auch der Heilerin. Diese hat nur einen Einwand bezüglich der Absicherung, bietet sie ihnen da etwas anderes. Zunächst bringt sie die Gruppe jedoch zurück in ihre Hütte wo sie mit Hilfe von etwas ihres Blutes, Magie und einer Kette mit einem farblosen Kristalls als Anhänger ein Blutpendant herstellt. Wie sie erklärt und auch demonstriert eine sehr zuverlässige Art um sie zu orten wenn man damit über eine Karte pendelt.
Damit zeigt sich die Gruppe auch zufrieden und da Arvita ihren Einsatz bei der Lösung des Vorfalls nicht unbelohnt lassen will händigt sie jedem von ihnen noch ein Dunkelfichtenmedaillon aus welches, wie sie erklärt, in der Lage ist die positiven Eigenschaften des Trägers etwas zu verbessern. Alle bedanken sich freundlich dafür und da es schon spät ist zieht man sich dann für den Abend zurück um am nächsten Morgen wieder aufzubrechen.
Re: Die Bestie von Herzwald
von Lyssvolet am 07.04.2026 22:32Die Bestie von Herzwald [28.11.2025 - ]
Name des Events: Die Bestie von Herzwald
Informationen:
Teil: 6
Datum des Plays: 01.03.2026
Anwesende Teilnehmer: Adrianna, Dinah, Nika, Keyara, Quinn
Abwesende Teilnehmer: Mythrae, Kemuri, Zilly
Eventleiter: Hendrik
Dauer des Events: 19:30 Uhr - 00:15 Uhr
Besuchte Orte im Event: Mine
Nach einer kurzen Pause ging die Gruppe dann nochmal alles durch was sie bisher wusste, konnte sich aber nicht sicher auf einen Verdächtigen einigen so das es letztlich bei den, ihrer Meinung nach, 3 Hauptverdächtigen Arvita, Tristan und der Händler Eder Stetzborn. Nach einem missglückten Versuchs Nikas den Wendigo mitzunehmen wurde dann auch beschlossen sich erst einmal zurück ins Dorf zu begeben. Weit sind sie jedoch noch nicht gekommen als Adrianna und Dinah bemerken das noch jemand die Mine betritt. Weshalb die Gruppe sich für den Überraschungsmoment auch schnell hinter einigen Kisten versteckt.
Adrianna kann durch Handzeichen auch noch den anderen mitteilen das sie zwei Personen bemerkt hat auch wenn nur eine davon zu sehen ist, entdeckt sie dank ihrer Magie die zweite Person direkt hinter der ersten wenn auch magisch getarnt. Schnell ist auch ein Plan erstellt: Dinah verschließt den Ausgang mit einem Eisschild und begibt sich gemeinsam mit Nika und Adrianna aus der Deckung während Quinn und Keyara weiter hinter den Kisten bleiben als kleines Ass im Ärmel. Die Gestalt die ihr Gesicht anfangs noch unter einer Kapuze verbarg, entpuppt sich dann als die Dorfheilerin Arvita. Es folgt eine kleinere Gesprächsrunde in der Arvita ihnen weitere Antworten liefert.
Gesteht die Heilerin den Wendigo als Vorratslager zu nutzen und auch das sie wohl oder übel indirekt die Schuld an Leos Ableben hat. Wie sie offenbart hat sie aus Rastan nämlich einen Nachtschleicher mit nach Sah gebracht, welcher an sie gebunden ist und auf ihre Emotionen reagiert. Wie sich zeigt passt die Beschreibung die die Gruppe bei der Befragung Tristans erhalten hatte über das Wesen was dieser gesehen haben will auch genau auf eben diesen Nachtschleicher. Arvita erklärt ihnen dann das sie am Tatabend von Leo bedroht und vor die Tür gesetzt worden war als sie versuchte mit diesem über sein Verkaufsvorhaben zu sprechen. Mit dem Vorhaben ihm einen Schreck einzujagen schickte sie den Nachtschleicher anschließend zu Leo allerdings ohne zu wissen das ihr Begleiter durch ihre aufgewühlten Emotionen mehr in die Anweisung interpretierte und ihn tötete.
Etwas das die Gruppe nun für ein gewisses Problem stellte den Arvita hatte nicht vor sich zu stellen und das Dorf damit schutzlos zurück zu lassen nachdem sie es seit der Entstehung beschützt hatte. Allerdings konnten sie auch ihren Vorschlag die gesamte Schuld dem jetzt toten Wendigo anzulasten und sie unbehelligt zu lassen auch nicht annehmen. Was wird die Gruppe jetzt wohl tun? Nun das bleibt abzuwarten.
Re: Ein Traum von Freiheit [09.03.2026 - X]
von Quinn am 15.03.2026 18:59Name des Events: Ein Traum von Freiheit
Informationen:
Teil: 3
Datum des Plays: 09. 03 .2026
Anwesende Teilnehmer: Quinn, Kamaitachi, Szeht, Aravae, Faeryndil, Artur, Zemira
Abwesende Teilnehmer: -
Eventleiter: Seyper
Dauer des Events: 19:47Uhr - 23:58Uhr
Besuchte Orte im Event: Testulam-Wald, Lager des Ordensritters, Wald nach Persepolos
Zusammenfassung:
Das letzte Mal ließ die Gruppe Arnaut zurück und machte sich ohne ihn auf den weiteren Weg. Am Ort des Geschehens angekommen, begannen sie auch sofort mit der Arbeit. Sie bereiteten Fallen vor, hielten nach den vermeintlichen Sklavenjägern Ausschau und ließen Szeht auf dem Weg, um diesen als Köder zu verwenden. Nach nur kurzer Zeit musste sich die Gruppe schon verstecken, da eine Kutsche den Weg entlangfuhr, von 6 Soldaten eskortiert. Szeht begann dann auch schon das Reden mit ihnen. Die Sklavenhändler befahlen ihm aber nur, aus dem Weg zu gehen, und der vermeintliche Anführer der Garde entdeckte die Hinterhälter schon zu früh. Und da ... gab Artur das Zeichen für den Angriff. Leider verfehlte beinahe jeder. Szeht schaffte es nicht, sich wegzuteleportieren, einige Pfeile stießen ins Holz der Kutsche anstatt in die Sklavenhändler und auch die Nahkämpfer trafen nur Kutsche und Boden. Die Angreifer hatten auch nicht sonderlich viel mehr Glück, die meisten verfehlten ebenfalls oder hatten einen zu langen Fußweg, um überhaupt zur Gruppe zu gelangen. Da kam Szeht auf eine Idee ... und nutzte seine Schattenmagie, um in die Kutsche hineinzukommen, welche dann prompt von einem Eisschild den Weg hinein und hinaus blockiert wurde. Quinn versuchte dann, Magie, die von La Vipera genutzt werden sollte, mit seinen Gegenzaubern zu treffen, und Kamaitachi stützte sich den Hügel runter auf einen der Gegner. Auch diese Runde hatte die Gruppe nicht viel mehr Glück und viel wurde stark, sehr stark verfehlt. Die Gegner trafen diesmal aber etwas mehr ... und auch konnten einige der Gegner zu den Fernkämpfern vordringen, wodurch Quinn sofort 2 schwere Stöße abbekam und beinahe direkt ohnmächtig zu Boden ging. Zemira fiel dann etwas auf, wodurch sie alle rief, einzuhalten. Leider achteten dort nicht alle darauf, Artur schoss weiter auf einen der Gegner, sie wie Aravae ebenfalls. Faeryndil packte Quinn und versuchte, mit ihm zu fliehen, was allerdings nicht funktionierte. Und so wurde es zumindest Zemira und Szeht klar ... Sie kämpften nicht gegen Sklavenjäger, sondern gegen die Königinmutter von Embario und ihre Garde. Sofort wurde jeder Kampf eingestellt ... von Seiten der Gruppe zumindest, da sich 2 der Leibwachen auf eigene Faust versuchten, um Quinn und Faeryndil zu kümmern, und diese, obwohl sie keine Waffen bei sich trugen oder sonderliche Gefahren darstellten, mit Waffen an den Hälsen zur Kutsche brachten. Die Gruppe versuchte, sich zu erklären ... Doch die Königin glaubte ihnen nicht, zumindest nicht komplett, dennoch erbarmte sie sich und man zeigte ihr die Orte, wo man mit Arnaut und auf der Suche nach ihm hingegangen war. Doch selbst das Lager hatte Arnaut, wenn dies überhaupt sein Name war, in der Zwischenzeit dem Erdboden gleichgemacht. Denn wie die Gruppe nun realisierte, war Arnaut kein Ordensritter, sondern ein Betrüger, der sich im übertragenen Sinne mit falschen Federn schmückte. Und so wurde die Gruppe in Untersuchungshaft genommen und der Orden wurde gerufen, um selbst ebenfalls Untersuchungen zu machen ... Wie die Gruppe da wieder herauskommt?
Antares: Hintergrund eines einfachen Mädchens aus Perona
von Elladora am 15.03.2026 00:16Erkenntnis
Mir fiel es das erste Mal auf, da war ich knapp fünf Jahre alt. Ich verstand es da noch nicht ganz. Es waren ein paar Worte, ein paar Worte in einem Streitgespräch meiner Eltern. Ich war zu jung und verstand sie nicht, aber sie kehrten häufig wieder. In Träumen, meinen Alpträumen. Da sagte sie es immer wieder:
Was sollen wir bloß mit Dreien machen?
Das meine verzweifelte Mutter uns drei Kinder meinte, erschloss sich mir. Warum sie weinte, wusste ich aber nicht. Der Grund kümmerte mich auch nicht, viel eher wollte ich nicht, dass sie weinte. Deswegen lief ich auf kurzen Kinderbeinen zu ihr und umschlang ihr Bein auf meiner Höhe.
Ich höre im Traum immer noch ihr Schniefen und spüre die Wärme ihrer Hand, als sie diese auf meinen Kopf legt und sich zu mir herunter beugt. Traurig mir über das kurze Haar streichend. "Ach, Theodora... Warum bloß?"
Ebenso wie meine ältere Zwillingsschwester das Recht hat. Und meine Eltern müssen wohl oder übel drei Kinder versorgen, selbst wenn sie nur zwei wollten.
Und dank meinem jungenhaften Haarschnitt können meine älter werdenden Eltern Theodora und mich so langsam auch voneinander unterscheiden.
Der Geburtstag
"Alles Gute zum Geburtstag, meine Lieben!"
Meine Schwester und ich werden gleichermaßen an unsere Mutter gedrückt und dürfen uns so gegenseitig auch umarmen, obwohl wir unseren gestrigen Streit noch nicht vergessen haben.
Ich starre Theodora finster an und sie streckt mir in einem unbeobachteten Augenblick die Zunge heraus. Mutter und Vater bemerken weder das eine noch das andere, als sie uns nacheinander in die Arme schließen, aber David gibt uns beiden einen Klaps auf den Hinterkopf. "Herzlichen Glückwunsch zu eurem 14.Geburtstag. Noch drei Jahre, dann sind Mom und Dad euch endlich los", meint er mit einem Grinsen auf dem Gesicht.
"Warum sollten wir ausziehen? Bist du doch auch nicht", kontere ich, während Theo auch David die Zunge herausstreckt und sich dann an den Frühstückstisch setzt, der mit Brot, frischem Fisch und hartgekochten Eiern gedeckt ist.
"Ich mache eine Lehre als Tischler und bringe so auch Geld mit. Theo will sobald es möglich ist nach Froenya an die Musikschule und dann kann sie sicherlich nicht hier wohnen bleiben. Und du? Hast du dich endlich entschieden?" Seine dunkelblauen Augen, die er von Mutter hat, schauen mich durchdringend an. Es ist klar, was ich sagen werde, aber dann wird Theo nur wieder lachen, Dave die Augen verdrehen und Mutter und Vater sich diesen Blick zuwerfen. Also bleibe ich still und setzte mich pampig meiner Schwester gegenüber.
"Dein Bruder hat aber Recht", ergreift mein Vater das Wort und ich habe kurz Angst, dann spricht er aber weiter: "Theodora, wenn du nach Froenya willst, brauchst du dort eine Bleibe. Wir sind nicht die Reichsten, Liebes, du wirst dir bald eine vorübergehende Arbeit beschaffen müssen, um Geld zusammenzusparen, so leid es mir tut, das zu sagen."
Theodora reagiert wie erwartet nicht sehr friedlich und verständnisvoll. "Waas?! Ich soll arbeiten gehen? Wo denn? Am Hafen? Ich muss singen und musizieren üben, sonst werde ich da nie aufgenommen. Warum kann sie nicht für mich arbeiten gehen, während ich übe? Sie wird euch doch sowieso noch Ewigkeiten ein Klotz am Bein sein, so untalentiert, wie sie ist."
Fast lasse ich mein halb gepelltes Ei fallen. Ich wage es nicht, aufzublicken, schließlich ruhen jetzt vier Augenpaare auf mir. Mein Vater räuspert sich, aber ich tue weiterhin so, als hätte ich nichts gehört und löse die Eierschale mit zitternden Fingern weiter ab.
"Theo, wirklich ...", sagt dann meine Mutter, die Stille durchbrechend.
"Was denn? Ist doch wahr! Den lieben langen Tag ist sie bei dem Alten oder hockt auf Dächern herum. Wenn sie in eine Flöte pustet, kann sie jedes Getier verscheuchen, so grell sind die Töne, und singen kann sie auch nicht!"
So langsam wird es mir etwas zu bunt. "Na, immerhin habe ich noch nicht beide Fischersjungen geküsst!", schieße ich zurück und mein Spiegelbild wird rot. "Du hast doch versprochen-"
Ich unterbreche sie: "Ich sagte lediglich, dass ich vorerst nichts sagen würde. Das ist jetzt ja schon eine Jahreszeit her." Ich grinse überlegen, aber spüre den Blick meines Bruders auf mir, der wenig begeistert zu sein scheint.
Immerhin sagt er nichts.
Die hübsche, knallrote Theodora schafft es nicht, irgendwelche Worte hervorzubringen. Sie hatte ja schon eingestanden, das dem so gewesen war. Ich an ihrer Stelle wäre schlauer gewesen und hätte vermutlich auch ein Ei nach mir geworfen, aber doch nicht die zarte Dora.
Mutter ergreift das Wort, aber jedes ihrer Worte ist in einem hilflos-verzweifelten Tonfall gesprochen: "Kinder, bitte, es ist euer Geburtstag, vertragt euch doch."
"Dad?", fragt Theodora, anscheinend Schutz erhoffend.
"Du hast doch angefangen!", mache ich weiter. "Ich sitze nicht nur blöd herum und alt ist Azariel nur für menschliches Befinden. Er ist schließlich ein Hochelf!" Meine braunen Augen verengen sich wütend, als Theo nicht darauf reagiert. So langsam bekomme ich aber Angst, den Blick zu Vater zu wenden, denn er hasst es wie die Pest, wenn wir streiten.
Und wie erwartet, eine Standpauke seinerseits lässt nicht mehr lange auf sich warten: "Aufstehen, Antares, sofort!" Das tue ich auch schnell, genauso wie meine Schwester und auch mein Bruder, der mit der Sache ja eigentlich nichts zu tun hat. "Theodora, über Bens Söhne reden wir später. Elladora, fall deiner Schwester nicht so in den Rücken, verstehst du? Das ziemt sich nicht!"
"Es ziemt sich nicht?", frage ich empört. "Sie hat auch über mich hergezogen. Ich war immerhin ehrlich!" In meinen Augen war es richtig gewesen, so zu handeln, aber nach Jahren des Streitens war ich wohl etwas subjektiv.
Mein Vater scheint das jedenfalls nicht so zu sehen. "Das ist egal. Denkst du wirklich, deine Mutter und ich wüssten nicht, dass Theodoras Aussagen nicht der Wahrheit entsprachen? Trotzdem hatte diese Verleumdung ein wichtiges Thema angesprochen: Welchen Beruf willst du ausüben, wenn du erwachsen bist? Dein Bruder hat seine Lehre vor drei Jahren angefangen, da war er gerade mal ein Jahr älter als ihr beiden jetzt. Nächstes Jahr wird er bereits als vollwertiger Tischler arbeiten können und selbst Geld verdienen. Und was wirst du machen? Und sag nicht mehr Kundschafterin!"
"Aber auf Jagden werden Kundschafter immer wieder gebraucht! Und Onkel Jarren hat mir versprochen, ich dürfte mit ihnen gehen und so lernen!", protestiere ich zum hundertsten Male.
"Das ist kein anständiger Job, Ell! Nimm doch endlich Vernunft an! Und als Jägerin-"
Ich lasse ihn nicht weiter reden. Was erlaubt er sich, über mein Leben zu entscheiden? Er und Mutter hatten es mir geschenkt, also war es mein Leben allein, über das ich frei verfügen durfte! "Ich will aber durch die Wälder streifen, nach Fährten Ausschau halten und die Beute für die Jäger sichten, damit sie nicht mehr tagelang im Wald herumirren müssen, sondern nur einen. Dann könnten sie ihre Kräfte besser einsetzen und mehr Beute erjagen. Dadurch bekämen wir mehr Fleisch auf den Markt und wir müssten nicht immer nur Fisch essen. Nur dadurch, dass ich die Vorarbeit leiste! Und das ginge nicht nur für Jäger. Auch wenn jemand in den Perona-Forst flüchtet, könnte ich ihn suchen gehen. Ich bin ganz leise, wenn es sein muss und ich kenne den Wald sehr gut. Zudem ist der Wald keine so große Gefahr-"
Jetzt unterbricht mich mein Vater. Aber nicht mit Worten, sondern er hebt einfach nur still seine Hand. Er hat recht. Dieses Gespräch bringt nichts, wir haben es schon tausende Male geführt und dazu ist Vater so dickköpfig wie ich selbst. Er hatte mir zugehört, aber seine Argumente befand er selbst immer als die stärkeren. Du könntest doch auch Jägerin in einer Gruppe werden. Du könntest doch auch Fischerin wie ich werden. Du könntest doch auch in die Fußstapfen deiner Mutter treten. Das alles wollte sie aber nicht.
Aber mir fällt noch etwas ein, jetzt, wo Theo ihre Wahl ganz offen erklärt hatte und auch akzeptiert wurde: "Außerdem ist Musikerin und Tänzerin auch kein Beruf, mit dem man sich gut über Wasser hält. Die meisten haben entweder viel geerbt oder noch einen zweiten Job. Besonders in den ersten Jahren, wo man nicht so bekannt ist, müssen das die meisten." Das hatte ich von Azariel erfahren. "Die einzigen Begabungen, die ich an Dora beobachte, sind ihre Fertigkeiten bei Blasinstrumenten und dem ansehnlichen Tanzen."
Meine Mutter und meine Schwester schnappen nach Luft und die Augen der beiden Männer weiten sich entsetzt. Mein Vater bekommt einen gefährlichen Gesichtsausdruck und ich versteife mich schon, wäre es nicht das erste Mal, das er mich schlägt. Seine Hand lässt auch nicht lange warten, sondern trifft meine Wange hart. Immerhin falle ich nicht und habe mir auch nicht auf die Zunge gebissen, aber es brennt und ist auch sicherlich gerötet. "Du redest hier über deine Schwester!!", brüllt er und packt mich am Kragen meines Hemdes, aber meine Mutter schreit entsetzt seinen Namen und er fasst sich augenblicklich wieder und ergreift die Flucht aus dem Haus.
Es ist nicht selten, dass er sich nach einem Wutausbruch seinerseits schämt und sich selbst nicht in die Augen schauen kann. Auch dies betreffend bin ich ihm sehr ähnlich.
Ich weiß, dass er mich nicht wissentlich schlagen wollte, deswegen nehme ich es ihm auch nicht übel, und wenn ich so meine den Tränen nahe Schwester ansehe, bin ich vielleicht wirklich zu weit gegangen.
In der Küche ist es jetzt verdammt still geworden, meine Mutter ist zu Theo herum gekommen und hält sie jetzt im Arm, hat aber den Kopf abgewandt, mein Bruder ist still, aber ich tue jetzt nicht unterwürfig wie eine Maus, nein, ich bin keine Maus, ich werde mich nicht vor mir selbst verstecken. Also schaue ich ihn an. Nur von den Augen her unterscheiden wir uns. Und er ist vielleicht ein bisschen größer, aber wir beide sind eher klein, tragen unser dunkles Haar kurz und haben ausdruckslose Züge im Gesicht, auch wenn wir beide breit grinsen können, wenn wir nur wollen.
Ihm gefällt mein Blick heute aber nicht. Nein, er packt meinen Arm und wendet auch den Kopf ab, während er mich hinter sich die Kellertreppe herunterschleift.
Der steinerne Raum ist nur zum Teil zur Lebensmittellagerung gedacht, in erster Linie dient er meiner Schwester und mir als Zimmer. Getrennt sind unser beider Bereiche nur durch einen Vorhang, der leichter aufzuhängen und hübscher war als hölzerne Trennwände.
Erst in meinem "Zimmer" lässt er meinen Arm los und atmet tief durch. Seitdem ich denken kann spielt er schon Streitschlichter zwischen Theo und mir und ist meistens erwachsener als Vater es jemals schaffte. Und verantwortungsvoller als Mutter.
Bevor David spricht, reibt er sich mit beiden Händen die Schläfen, als müsse er Kopfschmerzen vertreiben. "Wie kannst du es eigentlich wagen?", fragt er langsam und bedacht mit einer Lücke zwischen jedem Wort, nur zum Ende hin wird er lauter und so kann man auch wenn man nicht darin geübt ist, seine Mimik zu deuten, hören, wie kurz auch er vor einem Wutausbruch ist.
Mir fallen keine Worte ein. Wie war das noch einmal mit der Maus? Ich horche in die Stille hinein und versuche sowohl das Schluchzen meiner Schwester als auch Daves wütend funkelnde Augen zu ignorieren. Vielleicht wäre eine Entschuldigung angebracht, aber ich bin nicht bereit, einzugestehen, dass ich im Unrecht war. Nein, das schon, aber nicht, ich alleine. Hätte Theo nicht angefangen, wäre all das nicht gesagt worden. Also bleibe ich still.
"Bei allen Höllen, Ell, wie kamst du auf die Idee, deiner Zwillingsschwester so etwas zu unterstellen?" Seine Stimme ist eisig und bringt mich dazu, mehr zusammenzuzucken, als bei Vaters Hand.
Mittlerweile lasse ich doch den Blick sinken. Vergiss doch deine dumme Maus... Trotzdem sage ich die Wahrheit, ist nicht meine Schuld, wenn sie ihm nicht gefällt. "Nun, sie kann gut singen, sie spielt Flöte und Harfe und kann so gut tanzen wie manche der Tänzerinnen in den Pups und die verkaufen ihre Spalte, um sich etwas dazu zu verdienen. Noch dazu hatten die Jungs am Hafen immer wieder Witze über Blasinstrumente und deren Doppeldeutigkeit gemacht. Die machen immer wieder obszöne Witze hinter ihrem Rücken, das habe ich gehört. Im Gegensatz zu mir ist sie ja ansehnlich. Und sie hat ja schon zwei Jungen binnen eines halben Jahres geküsst, ich habe noch nicht einmal mit einem gekuschelt. Da liegt es ja nicht so weit fern auch anzunehmen, dass sie mit so etwas keine Probleme hätte..."
"Genug!", unterbricht mich mein Bruder müde, aber mit einer Stimme, die keinen Widerspruch zulässt. "Solche Sachen will ich nie, nie, nie wieder hören, hast du mich verstanden? Du hast Theo verletzt, das weißt du hoffentlich. Und hoffentlich weißt du auch, dass das von dir nicht in Ordnung war. Also geh dich bei ihr entschuldigen. Welche Jungen sie küsst und welche nicht, ist ihr überlassen."
Ich glaube, ich höre wohl nicht recht. "Bist du jetzt etwa mein Vater?", frage ich ungläubig. "Sie hat als aller erstes angefangen, mich zu beleidigen. Ich will auch eine Entschuldigung, davor bekommt sie keine von mir."
"Warum, im Namen des Geflügelten, musst du nur so geizig sein?", fragt mein Bruder, diesmal aber ohne jeglichen Zorn in seiner Stimme, und lässt sich auf mein Strohbett fallen.
Das war zwar eine rhetorische Frage, aber ich antworte trotzdem: "Weil es immer nur Platz für eine von uns gibt. Theo oder ich. Selbst zwei unserer Spitznamen teilen wir uns: Dora und Dor. Dazu teilen wir uns den Keller, unser Essen, unsere Eltern, dich ... Eine ewig lange Liste. Ist doch wahr", falle ich ihm in die unausgesprochenen Worte des Protestes. "Unsere Eltern wollten zwei Kinder. Ein Junge und ein Mädchen, keins mehr. Und dann kam ich."
Eine Entschuldigung
Danach drehe ich mich auf den Absatz um, noch bevor mein Bruder etwas sagen kann. Wütend stapfe ich die Treppe hoch, vorbei an der leeren Küche - Mutter und Dor scheinen nach oben gegangen zu sein - und hinaus in die Stadt beschienen von der hellen Aprilsonne. Ich vergrabe meine zu Fäusten geballten Hände in den Hosentaschen und laufe die Straßen des Brückenviertels hinauf. Irgendwann komme ich auf die Hauptstraße, was ich daran erkenne, dass das Kopfsteinpflaster von Ziegeln abgelöst wird. Auch diese Straße stapfte ich stur hinauf, überquere die ein oder andere Brücke und lande irgendwann im ältesten Viertel Peronas. Das Nobelviertel.
Azariel werde ich um diese Uhrzeit sicherlich zuhause antreffen, hoffe ich. Ich schaue immer noch nicht auf und lasse meine Füße den Weg gehen, den sie so häufig schon gelaufen sind. Vor der weißen Villa, die so prunkvoll ist wie jede andere in dieser Nebenstraße - soll heißen, sie ist hübsch und nicht billig, hat aber kaum einen Bruchteil von dem gekostet, was man für eine an der Hauptstraße verlangt -, bleibe ich stehen und klopfe.
Während ich warte, dass Azariel, der sich immer noch weigert, sich Diener anzuschaffen, öffnet, schaue ich mir die Maserung der weiß gestrichenen Haustür zum sicherlich hundertsten Mal meines Lebens an.
Heute muss ich nur gefühlt fünf Stunden warten, bis der, die 2000 schon überschritten habende, Hochelf mir öffnet. Mit meinem Vater hinter sich.
Habe ich schon erwähnt, wie sehr ich nach meinem Vater komme?
"Oh", bringe ich heraus.
"Oh", echot mein Vater.
Azariel verdreht die Augen. "Komm rein, Ell." Er tritt zur Seite, sodass ich hereintreten kann, dabei bleibt mein Blick auf dem Boden, während ich den Blick meines Vaters aber klar spüre. Ich muss mir nicht erst die Schuhe abstreifen, denn ich habe gar nicht erst welche angezogen, und laufe geradeaus ins Wohnzimmer, wo ich mich auf dem Sofa zusammenrolle.
Ich höre die Schritte als mir die beiden folgen. Einer von beiden nimmt neben mir auf dem Sofa Platz, das merke ich, da sich das Kissen eindrückt. Sicherlich Azariel, denn er streicht mir mit langen dünnen Fingern durch die kurzen Haare. "Julian hat mir erzählt, was passiert ist. Ist nachdem er gegangen ist, noch etwas vorgefallen?"
Ich bin nicht in der Stimmung, ihm zu antworten, aber er fragt erneut und ich weiß, dass er nicht locker lassen wird. "David hat mit mir gesprochen und Theo weint."
Vielleicht nickt der Hochelf, aber ich habe die Augen geschlossen also sehe ich nichts, jedenfalls erwidert er nichts, sondern steht auf.
Die beiden verlassen das Zimmer und lassen mich alleine.
So verbringe ich die nächste Zeit. Vielleicht sind es nur einige Minuten, eine halbe Stunde, aber es fühlt sich länger an.
Während ich warte, habe ich wahrlich genug Zeit, um mir selbst Vorwürfe zu machen.
Irgendwann habe ich wieder genug Kraft, mich aufzusetzen, und reibe mir die Augen. Habe ich geweint? Ich bin mir nicht sicher, wenn, dann sind die Tränen schon wieder getrocknet.
Mein Vater ist nicht im Raum, aber Azariel sitzt in einem Sessel und liest eins seiner riesigen Bücher, die ich nie im Leben auch nur anfassen würde.
"Wo ist Vater?", frage ich müde.
Mein Onkel schaut auf. "Er ist nach Hause gegangen. Er wollte nach deiner Mutter schauen."
"Und nach meiner Schwester, wie?", versuche ich zu scherzen, aber es verletzt mich, dass er zu ihr geht und nicht bei mir wartet.
"Julian weiß ja, dass ich gut für dich sorge. Willst du etwas zu essen?" Er klappt das Buch zu und auf dem Einband lese ich etwas von den Wundern Dominiccas.
"Ich habe keinen Appetit", lehne ich ab.
Er nickt. "Es war das übliche, das dich aufgeregt hat, nicht? Dein Berufswunsch?"
Deswegen liebe ich Azariel. Er hält sich nicht mit unsinnigen Fragen auf, sondern ist schlau genug, sich die Antworten selbst zu denken.
"Vater hat wieder diskutiert und dabei haben sie Theos Wunsch akzeptiert! Und-"
"Ja, Musiker sind nicht die Höchstverdiener, da stimme ich dir zu."
"Immerhin einer", gebe ich sarkastisch zurück.
Er lächelt mich schwach an. "Ell, du verstehst aber, dass deine Eltern nicht wollen, dass du dich ständig im Wald herum schlägst, oder?"
Ich verziehe das Gesicht. "Es ist nicht der Dreiebenenwald, sondern der Perona-Forst", halte ich dagegen.
"Ich weiß. Als ich jünger war, bin ich mit einer Gruppe Abenteurer in den Dreiebenenwald gezogen, wir kamen zwar soweit unverletzt heraus, hatten uns aber ständig verirrt, da wir kaum die Sonne sehen konnten, so dicht wie die Bäume standen. Im Vergleich dazu ist der Forst eine Wiese mit Bäumen."
Ich kenne die Geschichte, früher hatte ich sie gerne zum Zeitvertreib gehört. "Warum sagst du ihnen dann nicht, dass es ein sinnvoller Beruf ist?"
"Das ist die Entscheidung deiner Eltern, nicht meine."
"Das stimmt nicht. Es ist meine Entscheidung. Sie haben mir ein Leben geschenkt und geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen. Also kann ich auch tun, was ich will."
Er lacht. "Du erinnerst mich an deine Urgroßmutter. Genau das hatte auch gesagt."
"Wollte sie nicht Priesterin der Schwanenchronik werden? Das ist doch etwas ganz anderes."
Das Lächeln liegt immer noch auf seinem Gesicht. "Aber ihre Eltern glaubten an die Würfeleule."
"Man kann doch glauben, woran man will." In Perona ist so ziemlich jede Religion vertreten und so akzeptiere ich jeden Glauben, selbst wenn ich selbst nicht gläubig bin.
"Das stimmt, aber ihre Eltern hatten sich gewünscht, dass sie ihrem Glauben folgt. So wie sich deine Eltern wünschen, dass du etwas tust, das auch ihnen gefällt." Er wird ruhig und denkt nach, deswegen unterbreche ich ihn nicht. "Aber es ist deine Sache, was du tust, solange es dir Spaß macht. Du darfst aber nicht das selbe tun wie deine Eltern, wenn du das verabscheust. Und wenn du dich in die Berufswahl deiner Schwester einmischst, tust du genau das, was du hasst."
Ich ziehe meine Nase hoch, natürlich hat er recht. Hat er immer. "Ich soll mich bei ihr entschuldigen, oder?"
Er schaut mich nur still an.
"Okay, ja, ich tu's", sage ich und springe auf. Ich habe keine Ahnung, woher ich die Energie habe, nachdem ich gerade eben noch traurig auf dem Sofa lag. "Was hat überhaupt mein Vater gesagt?"
"Dass er es bereut, dass er dich erneut geschlagen hat."
"Meine Wange tut gar nicht mehr weh, außerdem schlagen mehrere Eltern ihre Kinder. Das ist normal."
Seine hellblauen Augen schauen mich mit hochgezogenen Brauen an. "Vielleicht ist es häufiger vertreten, aber Kinder lernen besser, wenn man mit ihnen redet, und nicht, wenn man sie mit dem Kochlöffel verprügelt." Auch er steht auf, um mich zur Tür zu führen. "Aber das ist wohl nur die Meinung eines alten Hochelfen."
"So alt bist du nicht", protestiere ich. "Das sind doch nur 41 oder 42 Jahre."
"Du meinst 2250 bis 2429 Jahre", grinst er und hält mir die Tür auf. "Wir sehen uns heute Nachmittag zu deinem Magieunterricht, Liebes, und habe bis dahin noch einen schönen Geburtstag."
"Ich versuch's."
Schnell laufe ich nach Hause zurück und summe dabei furchtbar schief ein estrianisches Lied, das meine Mutter uns hin und wieder vorgesungen hatte.
Zuhause angekommen ist in der Küche nur mein Bruder, der sich gerade fertig macht zu seiner Arbeit. Ich verabschiede mich von ihm mit einen Kuss auf die Wange und gehe dann in das Stockwerk eins höher, in dem unser Bad und auch das Schlafzimmer meiner Eltern sind. Mein Bruder hat sein Zimmer auf dem Dachboden.
Ich stoße vorsichtig die angelehnte Schlafzimmertür auf und finde auf der Matratze tatsächlich meine Schwester und meine Mutter, die, wohl um sich zu beruhigen und abzulenken, etwas sticken.
Mutter sieht mit leicht geröteten Augen noch älter aus, als sie eigentlich ist, und Theo wirkt wie ihre jüngere Version, nur mit braunen statt blauen Augen, denn die Haare tragen sie auf die gleiche Weise zu einem Zopf geflochten über die Schulter und die Farbe ist auch das gleiche dunkelbraun. Mein Haar habe ich so wie mein Bruder eher von unserem Vater, ist es doch fast schwarz.
Die beiden schauen zu mir auf und die Augen meiner großen Schwester sind schlimm gerötet. So würden sie die Jungen sicher nicht küssen wollen.
Langsam schleiche ich ins Zimmer und schaue auf meine in Socken steckenden Füße. Wieso müssen Entschuldigungen immer so unangenehm sein?
"Äh ... Also, ... ich", druckse ich etwas herum und schaue dann auf. Meine Schwester starrt mich feindselig an. "Was ist, Ella, hat es dir die Sprache verschlagen? Sonst sprichst du doch auch immer alles ohne Probleme aus."
Aber meine Mutter bringt sie mit einer Hand auf der Schulter zum Schweigen. "Ja, Kleines? Hast du etwas zu sagen?" Ihre Stimme zittert leicht.
"Ich ..." Wie wollte ich das überhaupt sagen. "Mir tut es leid, dass ich dich verletzt habe, Theo", fange ich an und jetzt ist es leichter, denn ich weiß, dass es die Wahrheit ist, was ich sage. "Ich hatte dich wirklich verletzen wollen, denn dass Mutter und Vater deinen Berufswunsch akzeptieren, aber meinen nicht, finde ich ungerecht und mich verletzt es, dass du ständig auf mir herum hackst. Ich weiß doch, dass ich das blöde Extra bin, dass du mit auf die Welt gezogen hast, aber ich habe jetzt auch ein Leben, also will ich auch leben dürfen, wie ich will. Also, es tut mir leid, dass ich dir solche Sachen unterstellt habe, ich hatte aber meine eigenen, eigennützigen Gründe." Ich fühle, wie ich knallrot zum Ende hin werde, da mich meine Mutter und meine Schwester verblüfft anschauen.
Ich drehe wieder auf dem Absatz um und aus dem Haus zum Hafen, wo ich hin und wieder meinem Vater unter die Arme greife, denn das ist meine Art, den Kopf frei zu bekommen. Nicht sticken oder singen und Flöte spielen.
Diesen Tag und die folgenden schaffte ich es gut, meinen Eltern und ihrem Gesprächswunsch aus dem Weg zu gehen. Meine Schwester war unerwartet versöhnlich, aber bereits zwei Tage später stritten wir uns wieder, diesmal welche Art des Schwimmens besser wäre: Brust oder Kraulen?
David und ich hatten ohne Worte die Abmachung getroffen, nie wieder über das Geschehene zu reden und Azariel unterrichtete mich wie üblich einmal in der Woche in Arkanmagie, wobei ich tatsächlich langsam aber sicher Fortschritte erzielte.
Und dann kam das Frühjahr im Jahre 5697 nach Jarlaths Einigung...
Neujahr
Ich bin gerade dabei, die Tochter einer befreundeten Schneiderin meiner Mutter zu beobachten, mit hübschem langen roten Haar und Haut wie Elfenbein, als mein Bruder, der ebenfalls von Vater eingespannt worden ist, bei den Vorbereitungen für das Feuerwerk zu helfen, mich anstößt. "Behalte deine Augen in den Höhlen! Ich brauche dich hier beim anpacken, nicht beim schwärmen."
"Ich habe nicht gestarrt...", widerspreche ich halbherzig und packe trotzdem an.
Zwei Stunden später sind die ganzen Bänke auf dem von Marktständen geräumten Platz aufgebaut und in der Mitte steht jetzt eine Tribüne, wo Theos Band, die eigentlich nicht Theos Band, sondern die einer anderen Musikerin ist, aber Theo singt für sie, also Theos Band, heute Abend auftreten wird.
"Wunderbar geworden, danke, für eure tatkräftige Unterstützung", muss Mutter Dave und mich mal in der Öffentlich blamieren, indem sie uns in mütterlicher Manier knuddelt.
"Ja, danke, Mutter", bedanke ich mich eher distanziert und suche nachdem ich mich von ihr befreit habe, den Platz nach der schönen Isabella ab, finde sie aber nicht, dafür der ältere von Bens Söhnen mich.
"Hey, Ells", begrüßt er mich und ich drehe mich auf dem Absatz um, so tuend als habe ich ihn nicht gehört.
"Ach, jetzt warte doch mal!", beklagt er sich und rennt mir hinterher. "Ich habe doch nur eine Frage."
Genervt bleibe ich stehen und verschränke zu dem zwei Köpfe größeren Mann hoch blickend die Arme, darauf wartend, dass er fortfährt.
"Weißt du, ob deine Schwester schon eine Begleitung für-"
"Sie tanzt mit dem Jungen Alec. Dem Violinisten aus der Musikgruppe", unterbreche ich ihn. Der steht wirklich immer noch auf die... Meine Schwester hat wirklich eine seltsame Ausstrahlung auf Männer, erst vor ein paar Stunden hat mich eben das Bens anderer Sohn ebenfalls gefragt.
"Oh, okay." Er wirkt etwas niedergeschlagen, fragt dann aber sofort: "Und du? Also, würdest du mit mir tanzen wollen?"
Ich schaue den zwei Jahre älteren perplex an. Sein drei Jahre jüngerer Bruder hatte das nicht getan. "Nein. Ich suche mein Date derzeit noch." Ich habe ja die Hoffnung, dass Isabella noch frei ist... "Frag doch David, der hat sicherlich noch keine Verabredung." Damit gehe ich dann auch.
Isabella finde ich tatsächlich noch und sie anzusprechen fällt mir nicht so schwer, wie ich befürchtet habe. "Hi, Isabella... Wie geht's?"
Sie streicht sich eine widerspenstige rote Strähne hinter ein Ohr. "Oh, hi, Elladora. Ich habe glücklicherweise keine weiteren Aufgaben, also dementsprechend gut. Musst du noch etwas für deinen Vater machen?"
Ich schüttel den Kopf und versuche, mich nicht in den smaragdgrünen Augen zu verlieren. "Äh, nein, nein. Ich bin jetzt frei. Und, also, ich hätte da eine Frage an dich."
"Ja?" Sie lächelt freundlich und das lenkt mich etwas ab. "Dora?"
"Ähm... Ich wollte fragen... Hast du Lust, später mit mir zu tanzen?"
Sie schaut mich verwundert an. "Tanzen?"
"Hm", nicke ich gefühlt zu Stein erstarrt.
"Mit mir?"
"Ja?" Sie wird nein sagen, sicherlich wird sie nein sagen...
"Ähm, wenn du kein Problem damit hast, wenn ich dir auf die Füße trete..."
"Ach so", sage ich schon, mit einer Abfuhr gerechnet habend. "Äh was? Nein, nein, natürlich habe ich damit kein Problem. Ich meine, ich kann auch nicht so gut tanzen. Bin ja nicht meine Schwester", lache ich.
"Ja, das weiß ich." Diese Worte waren meist nicht sehr freundlich gemeint, aber jetzt war es anders und mein Herz tut einen Hüpfer.
"Dann bis später?", frage ich und sie nickt lächelnd.
Elektrisiert renne ich in das nordwestlich liegende Viertel, um an Azariels Tür zu hämmern.
Nach gefühlt zu langer Zeit öffnet er. "Was kann ich denn für dich tun, Ell? Denk hoffentlich nicht, ich erfinde eine Ausrede für dich vor deinen Eltern-"
"Sie hat ja gesagt!", werfe ich ihm froh entgegen. "Isabella wird mit mir tanzen!" Ich stürme an ihm vorbei ins Haus. "Ist das nicht fabelhaft?" Aufgeregt drehe ich mich mehrmals um die eigene Achse, bis mein Mentor mich anhält. "Meinen Glückwunsch. Nach dem ganzen Üben mit deiner Schwester solltest du ihr wohl auch nicht die Füße zerquetschen."
"Ach, sie ist auch nicht die Beste im Tanzen", meine ich. "Jetzt dauert es nur noch ein paar Stunden und dann stehen die Sterne am Himmel und Theo wird spielen und dann tanzen wir alle und dann das Feuerwerk...", schwärme ich und fühle mich mal tatsächlich wie ein richtiges Mädchen. "Denkst du, ich kann sie dann zum Feuerwerk auch einmal küssen? Oder wäre das zu früh?" Ich überlege kurz, warte eigentlich nicht auf eine Antwort von meinem Onkel. "Ne, ich denke, das wäre zu früh."
"Betest du sie jetzt nicht schon seit einem Jahr an?", fragt er mit seinem so typischen Lächeln. "Ich denke, du kannst es zumindest versuchen. Nur die bescheidene Meinung eines zwei Dutzend Jahrhunderte alten Hochelfen."
Den Rest der Zeit plaudern wir noch etwas und die Sonne nährt sich so langsam dem Horizont, weshalb ich mich verabschiede, auf dass wir uns auf dem Fest wiedersehen. Meine blutsverwandte Familie wollte sich nämlich noch einmal vor dem Fest im Haus treffen und unsere eigene Tradition leben: Sich in einem Kreis niederlassen und für das neue Jahr beten.
Ich stoße zuhause angekommen die Haustür auf, aber dann steigt mir ein Geruch in die Nase, den ich schon mehrere Male wenn ich mit Jarren und den Jägern unterwegs war, gerochen habe. Blut.
Mein Verstand ist halb betäubt, als ich vorwärts taumel. Ein Schritt nach dem anderen. Ich höre nichts, aber das könnte auch daran liegen, dass meine Ohren klingeln wie verrückt.
Meinen Bruder finde ich auf dem Bauch liegend als ersten. Sein etwas länger gewordenes Haar ist um seinen Kopf herum ausgebreitet und ich sehe eines seiner Augen, die stumpf das Licht reflektieren, das noch durch die Fenster hineinfällt. Ihn so zu sehen... So sieht er fast nicht aus wie mein Bruder, den ich erst vor ein paar Stunden das letzte Mal gedrückt habe.
Mein Vater liegt halb auf der Treppe, auf seinem Hemd, das sich immer über seinen breiten Brustkorb spannte, sind große, dunkle Flecken. Auch seine Augen blicken stumpf ins nichts.
Mittlerweile tränen meine Augen, aber ich schluchze nicht. Es kommt mir vor wie ein Traum. Das kann doch alles nicht wahr sein!
Ich gehe an meinem Vater vorbei die Treppe hoch. Das Licht scheint durch das Fenster im Schlafzimmer und auf dem Holzfußboden liegt meine Mutter. Aber wo ist Theo?
Von Panik getrieben klettere ich auf den Dachboden und danach hinunter in den Keller, rufe dabei immer wieder ihren Namen, aber nirgendwo sehe ich sie.
Inzwischen sehe ich gar nichts mehr, denn alles verschwimmt in dem Meer aus Tränen, ich versuche aus unserem Haus zu rennen, übersehe dabei David und falle über ihn. Von der Berührung schreie ich auf, denke doch, dass mich etwas festzuhalten versucht, aber da ist nichts.
Zitternd stemme ich mich hoch und laufe die Straße hinunter, immer wieder nach meiner Schwester rufend.
Was dann passiert, kann ich nicht genau sagen.
Leute, Nachbarn, rennen auf mich zu und fragen, was passiert sei. Manche sehen Blut an meinen Hosenbeinen, wo ich Davids Körper berührt habe. Aber ich schaffe nichts zu sagen, ich breche einfach zusammen.
Extra
Aufwachen tue ich erst später. Drei Tage später, sagt mir Azariel, der fast die ganze Zeit neben meinem Bett saß. Er sagt mir auch, dass sie Theodora im Fluss gefunden haben, aber erst ein paar Stunden nachdem ich ohnmächtig geworden bin. Sie soll nicht so schnell getötet worden sein, sondern man habe ihr davor noch schreckliches angetan, entlocke ich Azariel, der mir eigentlich gar nichts verraten wollte.
Die nächsten Tage spüre ich alles nur durch einen Schleier. Isabella kommt einmal mich besuchen, aber ich bin schlecht gelaunt und schreie sie an und so läuft sie weg.
Meine Familie wollte keinen letzten Marsch, erklärt man mir, aber ich wäre auch gar nicht in der Stimmung dazu. Meine Eltern, mein Bruder und meine Schwester werden im Kreis weniger Freunde und mir auf dem riesigen Friedhof in Tielkan bestattet. Neben den Eltern meines Vaters und deren Eltern und so weiter.
Darüber wurden Steinplatten gebettet, auf jeder standen Name und Geburts- und Todestag. Theodora Antares, David Antares, Dorothy Antares, Julian Antares, meine Großeltern väterlicherseits lagen neben Vaters Grab - Karla Antares und David Antares -, daneben Davids Bruder Samuel Antares, der als Kind verstarb, und deren Eltern Sela Antares und der angeheiratete Benjamin Antares ... Die Gräber reichen bis zu meinen Alteltern Antares und seiner Frau Siri Joyce...
Selbst Azariel, der schon seitdem er zwei Jahrhunderte alt ist unsere Familie begleitet, hatte nicht diese beiden Antares' kennengelernt. Aber außer mir gibt es jetzt niemanden mehr, der so heißt, und so wird die Familie vielleicht auch mit mir aussterben.
Als ich das Azariel sage, schaut er mich seltsam an. "Das muss sie nicht. Auch adoptierte Kinder können eine Familie weiterführen."
"Das ist nicht das gleiche", halte ich dagegen und kaue auf meiner Unterlippe. Mittlerweile ist mein 17.Namenstag gekommen und gegangen. "Aber es müssten nicht zwangsläufig eheliche Kinder sein, richtig? Wenn ich einen Jungen bekommen würde, würde ich ihn Theo nennen, das fände sie sicherlich furchtbar", lache ich, allerdings ohne große Freude.
Azariel bleibt still, aber ich weiß, dass er etwas sagen will. Aber diesmal weiß ich auch was und sage es vor ihm: "Nein, ich will nicht hier bleiben und Kundschafterin werden. Ich weiß, dass Jarren das toll fände und ich hier auch wohnen bleiben könnte. Wenn nicht bei dir, dann bei Ben oder eben Jarren, aber nach allem..." Ich denke an Isabella, aber empfinde nichts. Vielleicht bin ich noch vom Schock betäubt, vielleicht hat das Trauma meine Gefühle ausgelöscht. Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass ich ihr nicht mehr in die Augen sehen kann, nachdem ich ihr gesagt habe, sie solle sich zum Teufel scheren.
"Von dem hinterlassenen Geld würde ich mir eine Rüstung und eine Waffe kaufen, vielleicht auch einen Schild. Wenn ich genügend Geld für einen Speer zusammen bekomme, wäre es am besten. Damit kann ich ja auch ganz vernünftig fischen", spinne ich die Gedanken mal weiter.
Azariel nickt knapp. "Ich bezweifle nicht, dass du nicht überleben wirst, aber wenn du trotzdem mal in Schwierigkeiten steckst, weißt du ja, wo du mich findest." Er verstummt, spricht dann aber ein paar Minuten später weiter, als wäre keine Zeit verstrichen. "Du weißt, dass du nicht für Theodora leben musst, oder? Du bist nicht deine Schwester, das hast du selbst schon häufig genug gesagt. Jetzt musst du sie auch nicht werden."
"Machst du Witze?", frage ich im Spaß, auch wenn ich mich nicht so fühle. "Dann müsste ich mir ja die Haare wachsen lassen!" Aber wie kann ich es verantworten zu leben, während sie gestorben ist. Ich war doch nur das Extra...
Re: Showdown im Schatten des Vulkans [13.02. - 27.02.2026]
von Cerwen am 10.03.2026 18:48Informationen:
Teil: 3
Datum des Events: 27.02.2026
Anwesende Teilnehmer: Adrianna, Boleslav, Lyssvolet, Reika [NPC], Svala
Abwesende Teilnehmer: Cassia, Lalayth
Teilnehmer auf Ersatzbank:
Eventleiter: Max [Cerwen]
Dauer des Events: 3h 50min
Besuchte Orte im Event: Treffpunkt im Dschungel
Plot:
Im dritten Teil verlagert sich das Geschehen vom offenen Ausbruch der Gewalt hin zu einem ungleich stilleren, aber kaum weniger bedrohlichen Ringen um Kontrolle, Deutung und Nachwirkung. Das faulige Wesen, das aus Sukuinushis gescheitertem Gespräch hervorgegangen ist, setzt sich langsam in Bewegung und drängt zäh auf das Becken zu, als würde es von der alten Macht des Ortes selbst angezogen. Reikas Bannzeichen halten es dabei gerade noch in engen Bahnen, schneiden und fixieren den Nebel, während sich bereits zeigt, dass das Wasser keineswegs unberührt bleibt. Wo die Fäulnis es berührt, verfärbt es sich, zischt kalt und bitter, und damit wird aus der Hoffnung auf einfache Reinigung rasch eine neue Unsicherheit. Svala erkennt im flüchtigen Gesicht unter dem Nebel keine bloße Fratze des Hasses, sondern etwas Müdiges, Vorwurfsvolles, beinahe Leidendes. Gerade diese Beobachtung wird wichtig, weil sie die Gruppe daran erinnert, dass unter der verderbten Hülle womöglich noch immer etwas oder jemand anderes gebunden ist, das nicht einfach vernichtet, sondern befreit werden müsste.
Doch genau an diesem Punkt prallen die Deutungen endgültig aufeinander. Während Lyss, Adrianna, Boleslav und Svala weiter daran festhalten wollen, das Wesen in das Zentrum des Beckens zu bringen und dort die alte Siegelstruktur zu reaktivieren, warnt Reika mit wachsender Schärfe vor einem ganz anderen Ergebnis. In ihrer Sicht ist das Becken kein reinigender Ort, sondern ein Transformationsraum, der Kuroshibami no Mikage – einen uralten Seuchen- und Ausgleichsgeist – nicht vernichten, sondern in einen neuen, womöglich noch gefährlicheren Zustand erheben könnte. Ihre Erklärung macht die Tragweite erst wirklich sichtbar: Der Prophet habe das Siegel gebrochen, um mit dieser Macht nicht nur die Kaiserin, sondern auf lange Sicht ganz Niparan zu verdammen. Damit erhält der Konflikt eine andere Dimension. Es geht nun nicht mehr nur um verletzten Stolz, politische Ordnung oder religiöse Vorherrschaft, sondern um die Möglichkeit einer vollständigen Verwüstung des Landes.
Trotz dieser Warnung hält die Gruppe an ihrem Plan fest, wenn auch eher aus Mangel an Alternativen als aus echter Gewissheit. Boleslav misstraut der kaiserlichen Sichtweise, Adrianna und Lyss wollen das Gleichgewicht wenigstens noch versuchen, und Svala klammert sich an die Vorstellung, dass das Siegel dieses Wesen schon einmal gehalten habe und daher vielleicht erneut halten könne. Reika aber verweigert jede Kooperation in diesem Ansatz. Sie definiert sich selbst offen als Werkzeug der Kaiserin, nicht als eigenständige Denkerin, und macht klar, dass sie nicht an Hoffnung, Versöhnung oder einen gemeinsamen Weg glaubt. Als sie schließlich handelt, tut sie es mit brutaler Konsequenz: Ihre schwarzen Zeichen fahren wie ein zermahlender Käfig in den Nebel, nageln die Fäulnis an die unsichtbaren Linien des Brunnens und zerreißen die gesamte Struktur Schicht um Schicht. Was die Yokuza hatten reinigen oder bannen wollen, wird von ihr nicht geheilt, sondern zerschnitten, pulverisiert und in das Wasser gedrückt. Der Nebel kollabiert, zerfällt zu schwarzem Staub und geht im Becken auf.
Diese Vernichtung löst das Problem jedoch nur halb. Zwar verschwindet mit dem Zerfall des Wesens auch das Feuermal von den Körpern der Yokuza, doch der Altersfluch bleibt zunächst bestehen. Erst als Svala tastend ihre Hand in das Wasser taucht, zeigt sich, dass das Becken immer noch wirkt – nur anders als zuvor gedacht. Es antwortet nicht zerstörerisch, sondern prüfend, beinahe wählerisch. An der Stelle, die das Wasser berührt, kehrt ihre Haut sichtbar in einen jüngeren Zustand zurück. Das Wesen ist also nicht wirklich ausgelöscht, sondern in eine andere Form überführt und in das Siegel eingebunden worden. Adrianna bestätigt diesen Eindruck magisch: Die Essenz der Fäulnis ist noch da, aber transformiert, eingefasst und in ein neues, instabiles Gleichgewicht gezwungen. Genau daraus ergibt sich die nächste Aufgabe. Das Becken muss stabilisiert werden, sonst bleibt auch seine heilende Wirkung unsicher oder gefährlich.
Während die Kaiserin sich kühl zufrieden zeigt, den Erfolg ihrer Hohepriesterin für sich beansprucht und sich mit kaum verhohlener Arroganz verabschiedet, bleiben die Yokuza mit den eigentlichen Folgen zurück. Reika gibt immerhin offen zu, dass etwas im Wasser verbleibt, das dort nun gebunden ist. Die Kaiserin zieht ab, zufrieden mit der Beseitigung der unmittelbaren Bedrohung, ohne sich weiter um die Verwundeten oder die Konsequenzen zu kümmern. Die Yokuza dagegen müssen selbst sehen, wie sie ihre Gefährten wiederherstellen. Adrianna stabilisiert daraufhin mit ihrer Magie vorsichtig die Rillen und Linien des Beckens, wodurch sich dessen Schwingung beruhigt. Svala wagt daraufhin ein vollständiges Eintauchen und wird tatsächlich deutlich verjüngt. Kurz darauf folgt auch Boleslav, der ebenfalls seine verlorenen Jahre weitgehend zurückerlangt. Was zunächst wie ein Sieg wirkt, trägt jedoch schon den Keim des nächsten Problems in sich.
Denn der Eingriff bleibt nicht ohne Preis. Svala trägt nach dem Bad feine silbrige Linien unter der Haut, wie Spuren einer tieferen Berührung durch die Macht des Beckens. Noch deutlicher trifft es Adrianna. Als sie das Siegel erneut mit ihrer Magie stützt, spürt sie plötzlich ein fremdes Muster auf ihrer Hand und eine irritierende Verschiebung in ihrer Wahrnehmung, als sei Ordnung und Bewegung in ihrem eigenen Körper kurz gegeneinander verrutscht. Ihre Finger gehorchen nicht mehr richtig, und in einer Vision oder Warnung meint sie das Urvolk zu sehen, verbunden mit einer klaren Botschaft: Wer Ordnung erzwingt, wird Unordnung tragen. Damit schließt der dritte Teil mit einer bitteren, aber sehr passenden Wendung. Die akute Gefahr scheint gebannt, die Verjüngung gelingt, und die Kaiserlichen sind fort – doch das Gleichgewicht wurde nur unter Mühen stabilisiert, nicht wirklich geheilt. Statt eines sauberen Abschlusses bleibt eine neue Schuld offen, diesmal gegenüber den Kmanthiken und der uralten Ordnung des Ortes, in die die Gruppe tiefer eingegriffen hat, als ihr zunächst bewusst war.






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