Dunkle Wasser - Die Todesmelodie der drei Inseln [07.03.2025 - *
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Dunkle Wasser - Die Todesmelodie der drei Inseln [07.03.2025 - *
von Cerwen am 09.03.2025 11:45Informationen:
Teil: 1
Datum des Events: 07.03.2025
Anwesende Teilnehmer: Yasuno, Anouk, Calynn, Elizabeth, Jiyu
Abwesende Teilnehmer: /
Teilnehmer auf Ersatzbank: Cicely, Zhaleh
Eventleiter: Max [Cerwen]
Dauer des Events: 4h
Besuchte Orte im Event: Kjata, Insel Klasch
Zusammenfassung:
Im Hafen von Kjata hat sich eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Abenteurern eingefunden, um auf Einladung des exzentrischen Kapitäns Esteban Vasquez de Montoro zu den gefürchteten Atollen Klasch, Kloin und Klumpatsch aufzubrechen. Ziel der Expedition ist es, das Geheimnis um zahlreiche Schiffe zu lüften, die in dieser Region spurlos verschwunden sind. Kapitän Vasquez, ein erfahrener Seemann aus Balsorra, segelt die Abenteurer mit seinem Schiff, der „Dama del Alba", in Richtung der unheilvollen Atolle. Schon bei der Abfahrt liegt eine bedrückende, düstere Stimmung über der Unternehmung.
Die Gruppe erreicht mit einem kleinen Beiboot schließlich die Insel Klasch, die laut Vasquez als einzige sicher genug ist, um dort überhaupt anlegen zu können. Bereits am Strand offenbart sich das Grauen, das die Insel umgibt: Zwischen hellen Sandstränden liegen verstreute Trümmer zahlreicher Schiffswracks. Etwas weiter landeinwärts ragen verwitterte Stelen aus dem Boden, welche seltsame und verstörende Gravuren zeigen—spiralförmige Muster, die an Schallwellen erinnern, und humanoide Figuren, die in einem seltsamen Tanz oder Ritual dargestellt sind.
Die Abenteurer erkunden daraufhin ein verlassenes Lager, das offenbar abrupt und panisch zurückgelassen wurde. Dort finden sie deutliche Hinweise auf die Handelsgesellschaft „Bleiche Möwe", eine Organisation, die vor rund 50 Jahren verschwunden ist und der illegale Aktivitäten nachgesagt werden. Besonders interessant ist ein Logbuch des Kapitäns Ludolf Varnholt, das unheimliche Vorkommnisse beschreibt: Varnholts Mannschaft war nach Klasch gekommen, verlor jedoch schnell mehrere Männer durch ein mysteriöses, möglicherweise melodisches Phänomen. Außerdem erwähnt Varnholt ein mysteriöses Artefakt, ein „Instrument", dem eine bedeutende Rolle bei den Ereignissen zukommt.
In unmittelbarer Nähe des Lagers finden sie zudem einen stark deformierten Toten, dessen Augen auf beunruhigende Weise entfernt wurden. In den Händen hält er eine groteske, offenbar nicht für Menschenhände gedachte Flöte, welche summende Vibrationen von sich gibt. Auf dem Instrument befinden sich dieselben seltsamen Gravuren wie auf den Inselstelen und zusätzlich die beunruhigenden Worte: „Es singt nicht für uns."
Bei weiteren Untersuchungen im Lager wird außerdem eine merkwürdige, kalte Metallkapsel entdeckt, die über einen unbekannten Mechanismus verfügt. Außerdem finden sie Karten und Notizen zu den drei Atollen: Klasch gilt als relativ sicherer Anlaufpunkt, während Kloin wegen des „singenden Wassers" berüchtigt ist und Klumpatsch von einer tiefer verborgenen, unbekannten Macht bewacht werden soll.
Auch Kapitän Vasquez warnte ausdrücklich vor einem unheimlichen Gesang, schlimmer als das Lied der Sirenen, dessen Quelle aber unbekannt ist. Die Wracks am Strand scheinen die Gefährlichkeit und Ernsthaftigkeit dieser Warnung zu bestätigen.
Im Zuge ihrer weiteren Erkundung folgen die Abenteurer Hinweisen ins Inselinnere und gelangen schließlich zu einer seltsam stillen, unnatürlich geformten Bucht im Norden der Insel. Elizabeth bemerkt dort Hinweise darauf, dass ein großes Objekt vom Strand in Richtung Wasser gezogen oder geschleift wurde, während Calynn eine ölige Schicht auf dem dunklen Wasser entdeckt und kurzerhand entzündet. Das darauf folgende beeindruckende Flammenspektakel reinigt die Wasseroberfläche und legt eine bisher verborgene Luke frei, die nur knapp unter Wasser verborgen lag.
Anouk öffnet diese Luke mit überraschender Leichtigkeit und offenbart einen engen, klaustrophobischen Gang, der offenbar künstlich geschaffen wurde und nach unten führt. Dabei strömt ihnen kalte, feuchte Luft entgegen, begleitet von einem mechanischen, leisen Klang, der von irgendwoher aus der Tiefe dringt. Jiyu, die bereits die Verbindung zwischen der Flöte, den Stelen und der rätselhaften Metallkapsel vermutet hatte, bekräftigt, dass möglicherweise eine alte, arkane Klangverzauberung von diesem Ort ausgeht. Die gesamte Gruppe ist überzeugt davon, dass dieses mysteriöse Phänomen und die gefundenen Artefakte miteinander zusammenhängen und womöglich zu einer längst vergessenen, nichtmenschlichen Kraft gehören könnten.
Die Abenteurer entschließen sich, dem Ursprung dieses Geheimnisses nachzugehen und steigen durch die Luke in die Tiefe hinab. Anouk, die eine entzündete Fackel trägt, geht voran, gefolgt von Elizabeth. Jiyu befindet sich in der sicheren Mitte, während Yasuno und Calynn die Gruppe nach hinten absichern.
Re: Dunkle Wasser - Die Todesmelodie der drei Inseln [07.03.2025 - *
von Cerwen am 22.03.2025 13:32Teil 2
Datum des Events: 15.03.2025
Anwesende Teilnehmer: Yasuno, Anouk, Calynn, Elizabeth, Jiyu
Abwesende Teilnehmer: /
Teilnehmer auf Ersatzbank: Cicely, Zhaleh
Eventleiter: Max [Cerwen]
Dauer des Events: 4h
Besuchte Orte im Event: Insel Klasch, Insel Kloin
Zusammenfassung:
Kaum hatten sie den schmalen Durchgang betreten, spürte jeder die klaustrophobische Enge, die jeden Schritt erschwerte und das Gefühl vermittelte, als wolle der Tunnel selbst seine Besucher gefangen nehmen. Yasuno, deren Blick schon von Anfang an starr nach vorne gerichtet war, bemerkte sarkastisch, wie extrem eng es hier zugeht, während Anouk – gewohnt an beengte Verhältnisse – mit einem leichten Spott ihre Erleichterung ausdrückte, dass sie sich nicht allein durchdrängen musste. Jiyu, die auf ihre magische Geschmeidigkeit vertraute, bahnte sich vorsichtig den Weg, barfuß und leise, und Calynn durchstreifte den Tunnel mit einer Mischung aus Neugier und pragmatischer Gelassenheit, stets den Boden untersuchend, als wolle sie einem Rätsel auf den Grund gehen.
Doch schon bald trübte ein unheilvolles Ereignis die anfängliche Erkundung: Vor Anouk tauchte plötzlich ein groteskes, humanoides Wesen auf, das aus dem trüben Wasser emporstieg. Sein Körper war von dünnen, lederartigen Membranen umhüllt, sein Gesicht eine glatte, gräuliche Fläche, und besonders markant waren die überlanggezogenen Finger, die bedrohlich auf die Abenteurer zustürmten. In der Enge des Tunnels blieb kaum Raum zum Ausweichen, sodass das Wesen Anouk direkt angriff. Mit gezücktem Schwert stürzte sich Anouk mutig in den Nahkampf, während die anderen gezwungen waren, aus der Distanz zu agieren – sei es mit Pistolen oder Magie –, um ein Zusammenstoßen zu vermeiden.
Der Kampf entwickelte sich so nach und nach. Zunächst erlebte Anouk, dass sie den ersten Schlag abwehren musste – ihr Schwert zappelte im Wasser, als sie einen Hieb parierte, während das Wesen mit einem langen Finger ihre Stimme raubte. Ein unheimliches Schweigen breitete sich aus, denn mit dem Finger an ihrem Mund verlor sie ihre Fähigkeit zu sprechen – eine Wirkung, die ihr zwei Stunden lang auferlegt werden sollte. Die anderen Gruppenmitglieder reagierten prompt: Jiyu zog ihre Flöte hervor und versuchte, mit klanglichen Signalen eine friedliche Kommunikation herzustellen, während Calynn mit ihrer Pistole geduldig wartete und Yasuno, die sich im Nahkampf beweisen wollte, mit scharfem Messerzug und gezielten Paraden den Angriffen entgegnete. Schnell zeichnete sich ab, dass das Wesen unter dem vereinten Angriff Schaden nahm: Anouks Hiebe rissen Finger ab, Yasunos doppelter Treffer trennte die rechte Hand ab, und Calynn setzte einen präzisen Kopfschuss, der das Ungetüm endgültig zu Boden brachte. Blut – oder vielmehr eine dickflüssige, schwarze, ölgleiche Substanz – sickerte aus den Wunden, während die Gruppe erleichtert aufatmete und das unheilvolle Wesen in Augenschein nahm.
Nachdem der Kampf beendet war, sammelte sich die Gruppe und folgte dem Tunnel, der sich schließlich in einen schroffen Ausgang öffnete. Vor ihnen lag eine unscheinbare Lagune, umsäumt von zerklüfteten Klippen und gesäumt von den Überresten zahlreicher Schiffswracks. Zwischen den knorrigen, von Wind zerfressenen Felsen und den halb abgestorbenen Palmen offenbarte sich das Bild einer vergessenen Welt. Besonders ins Auge stach das halb auf einer Riffkante hängende Handelsschiff „Aurora der Bleichen Möwen", dessen Rumpf von tiefen Wunden und Kratzspuren zeugte, als hätten sich einst verzweifelte Hände daran abgemüht, sich zu befreien.
Die Gruppe teilte sich auf: Während Jiyu und Calynn sich mutig dem Wrack näherten – Jiyu, die ins Wasser tauchte und das verfallene Schiff inspizierte, und Calynn, die vorsichtig auf dem morsch umherliegenden Deck kletterte –, zog Anouk in ein verlassenes Lager, das den Anschein eines ehemals besetzten Ortes machte. Dort fanden sich Spuren eines heftigen Kampfes: Versprengte Zelte, verbrannte Überreste und Stoffe, die von einer unheimlichen, öligen Substanz befleckt waren – dieselbe, die auch vom Wesen stammte. Inmitten des Trümmerfeldes entdeckte Anouk ein wasserfest versiegeltes Pergament, ein zerfleddertes Notizbuch und einen geheimnisvollen Kreidekreis, der auf ein misslungenes Ritual hindeutete. Die rätselhafte Notiz, die besagte: „Es ist nicht das Lied allein. Es ist die Stille zwischen den Noten", ließ vermuten, dass hier einst ein musikalisches Ritual gewagt wurde, dessen Fehlklang fatale Folgen hatte.
Zurück beim Schiff versammelten sich die Abenteurer erneut. Auf dem Deck der „Aurora der Bleichen Möwen" offenbarte sich ein gespenstisches Bild: Verwitterte Skelette, die stumm Zeugnis von einer vergangenen Tragödie ablegten, und verblasste Gravuren, die den Namen des Schiffes noch preisgaben. Ein beschädigter Zugang, versiegelt und blockiert, zog die Aufmerksamkeit der Gruppe auf sich. Hinter der schweren Luke lag eine versiegelte Frachtkammer, die durch ein komplexes mechanisches und akustisches Schloss gesichert war. Drei große, in den Türrahmen eingelassene Scheiben, verziert mit rätselhaften Kreisen und Symbolen, mussten in einer bestimmten Reihenfolge gedreht werden. Ein kleiner, trichterförmiger Eingang in der Mitte schien dafür vorgesehen, einen präzisen Ton aufzunehmen – ein Klang, der das letzte Glied in einer akustischen Kette bildete.
In angespannter Abstimmung probierten die Abenteurer verschiedene musikalische Ansätze aus. Zuerst spielte Jiyu auf ihrer Flöte, der Ton vibrierte kurz, doch reichte nicht, um den Mechanismus vollständig zu aktivieren. Es fehlte eine zweite Frequenz, ein harmonischer Zusatz, der das System vervollständigen konnte. Elizabeth und die anderen brachten schließlich ein zweites Instrument ins Spiel, und gemeinsam erzeugten sie eine Klangkulisse, in der sich die Discs langsam in Position klickten. Ein tiefes, verzerrtes Knacken und das zittern der Scheiben kündigten an, dass der Mechanismus in Bewegung kam. Mit einem letzten, exakt abgestimmten Ton – ein Atemzug, gefolgt von einem sanften, aber bestimmten Klang – entriegelte sich die Tür, und ein kalter Luftzug entströmte dem Innern der versiegelten Kammer.
So öffnete sich der Weg in einen düsteren, geheimnisvollen Raum, in dem der Geruch von kaltem Metall, alten Träumen und vergangenem Leid lag. Das Dunkel, das sich dahinter erstreckte, war undurchdringlich und still – als hätte der Raum den Atem jahrzehntelanger Einsamkeit gespeichert. Mit diesem triumphalen, jedoch zugleich unheilvollen Erfolg endete der Abend. Die Gruppe stand nun an der Schwelle zu einem neuen Kapitel, wissend, dass die Geheimnisse, die in den Schatten der verlassenen Schiffe und in der Stille der Frachtkammer verborgen lagen, noch lange nicht vollständig entschlüsselt waren. Die Melodie, die einst falsch gespielt worden war, hallte in ihren Erinnerungen nach – ein leiser, bedrückender Vorbote künftiger Abenteuer in einer Welt, in der Musik und Stille gleichermaßen das Schicksal bestimmten.